Geleitwort Princess Majestrix

Geleitwort von Peter R. Krüger (Friedland, September 2025)
Dass ich ein ausgewiesener Kenner der Werke von Axel Kruse bin, kann ich niemandem mit gutem Gewissen vorgaukeln. Axel zuliebe werde ich es aber dennoch tun, immerhin beharrt derselbe bei seinen Lesungen ja auch vehement darauf, alles, was er schreibt, selbst erlebt zu haben. Aber warum auch nicht? Damit setzt er zum einen eine gute Tradition von Karl May fort, zum anderen ist er ein sympathischer, humorvoller Typ, dem wir kleine Flunkereien gerne vergeben. Und wer weiß, vielleicht stimmt es sogar …
Wo Axel wahrlich und wahrhaftig dabei war, ist die Bundeswehr. Das merkt man, wenn in seinen Romanen knackige Military-SF die Oberhand gewinnt. Ich hatte großen Spaß an seiner Kürben-Lesung, durch die ein nostalgischer Hauch von Starship Troopers wehte.
Tatsache ist außerdem, dass sowohl im wahren Leben wie auch in seinem fiktiven Kosmos das beschauliche Fachwerkstädtchen Essen-Kettwig der Nabel des Universums ist, um den sich Vatikan-Verschwörungen, chaotische Zeitreisen und interstellare Konflikte drehen. Hier beginnt auch die unfreiwillige Weltraum-Odyssee, auf der Sie Axels Protagonisten Kees begleiten dürfen: eine atemberaubende, bleihaltige Flucht durch die Milchstraße, auf der die Schauplätze beinahe im Minutentakt wechseln. Fast könnte man sich an Arthur Dent erinnert fühlen, nur dass der keine Prinzessin abbekommen hat.
Wobei Princess Majestrix nun wirklich nichts mit Douglas Adams zu tun hat. Vielmehr ist die Novelle ein Füllhorn an Reminiszenzen an die großen Meister der Science Fiction, deren Klassiker ich in meiner Jugend verschlungen habe, allen voran Robert A. Heinlein, Frederik Pohl und Frank Herbert. Ich mag Geschichten, deren Weltenbau auf einer detaillierten Zukunftsvision des Sonnensystems und einer kosmischen Kolonisationsgeschichte der Menschheit fußt, und genau das gelingt Axel hier hervorragend. Falls Sie heute Ihren ersten Kruse-Roman in den Händen halten und nach der Lektüre mehr über das feudale Derolia oder das dubiose ASTROMINC erfahren wollen: Princess Majestrix ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Axel hat ein beachtliches Panoptikum um diese und viele weitere Handlungselemente gesponnen und wird das sicherlich auch weiterhin tun.
Es gibt also noch einiges zu entdecken.
Viel Spaß dabei!
